Retriever Rassehunde e. V.

Zuchtordnung

 

In der Fassung vom  09.10.2017 gültig                                                            

 

 

 

 

§ 1 Allgemeines                                  

 

1.           Zuständig und damit verantwortlich für die Zucht ist der Retriever Rassehunde e.V.                Dies schließt die Zuchtberatung, Zuchtkontrolle und das Führen des Zuchtbuches ein!

 

2.                   Der Retriever Rassehunde e.V. ist bestrebt den Retriever in einer verantwortungsvollen          Reinzucht,  der Gesundheit, dem Verhalten, der rassetypischen Brauchbarkeit und                der Schönheit zu fördern und zu erhalten.

 

§ 1/2             Zuchtbuchamt

 

1.            Die Zuchtkommision bildet sich aus Hauptzuchtwart und Zuchtwarte. Sie legen die               Zuchtordnung fest und entscheiden über die Zuchtzulassungen auch bezüglich                     Entziehungen der Zuchtzulassung, Zuchtsperrung oder befristete Zuchtsperren. Sie               sind zuständig für das Verfolgen von Zuchtverstößen und sie entscheiden über                       Sonderverpaarungen und auch über Ausnahmen in der künstlichen Befruchtung.

2.                   Der Hauptzuchtwart bildet die Zuchtwarte aus!
         Zuchtwart kann werden, wer schon 4 Würfe selber großgezogen hat.



 

 

 

                              

 § 2  Die Züchter

 

1.           Züchter und Deckrüdenbesitzer im RRH e.V. müssen ihr 18. Lebensjahr vollendet                 haben.

       Nicht aufgenommen werden Personen, die noch einem anderen Zuchtverein züchten             oder deren Partner in einem anderen Zuchtverein züchten!

       Die Welpen müssen das Leben im Haus kennenlernen, um eine gute Sozialisierung zu           gewährleisten.

       Die Mitglieder verpflichten sich zur überwiegenden Hausaufzucht,

       d.h. zur Haltung ihrer Hunde in häuslicher Gemeinschaft.

 

 

 

2.          Zuchtrecht

 

      Nur eigene Hunde dürfen zum Züchten eingesetzt werden.

      Es darf nicht mit Hündinnen in Zuchtmiete gezüchtet werden! Leihhündinnen  sind              untersagt, ebenso wie der Einkauf von Würfen zum Weiterverkauf!

 

3.         Dokumentation der Zucht- Notwendige Unterlagen

 

     Jeder Züchter ist verpflichtet ein Zwingerbuch sowie ein Deckrüdenbuch zu führen.

     Diese Dokumente müssen aktuell und vollständig sein und alle notendigen Daten bzgl.           der Zucht enthalten. Diese Unterlagen haben Charakter von Nachweisdokumenten                 gegenüber dem Verein und ggf. dem Finanzamt, sowie bei Rechtstreitigkeiten.

 

4.        Zuchtgemeinschaft

 

    Eine Zuchtgemeinschaft ist nur möglich, wenn beide Züchter unter einem Zwingernamen      und einer Adresse gemeinschaftlich züchten und beide Züchter dem RRH e.V. angehören.

 

5.       Eigentümergemeinschaft

    Eigentümergemeinschaft mit Zuchthunden sind möglich, wenn der Hundeeigentümer            Züchter im Verein ist und der Hund eine gültige Zuchtzulassung hat.

 

 

 

§ 3  Zuchthunde

 

1.           Für Zuchthunde muss eine anerkannte Ahnentafel vorliegen! Die Chipnummer                      muss in der Ahnentafel eingetragen sein und mit der Chipnummer des Hundes                      übereinstimmen.

                 Registerpapiere sind Einzelfallentscheidungen.

 

             Im Zuchtbuch werden Hunde auch aus anderen Ländern aufgenommen, sofern sie                nach dem gültigen Rassestandard gezüchtet wurden. Liegt für diese Hunde eine                    gültige HD und ED Untersuchung vor, nebst einer Zuchtzulassung, so wird diese                    gleich im Zuchtbuch übernommen. Aus dem Ausland benötigt man ein Export-                      Pedigree oder eine anerkannte Ahnentafel. Ebenso können auch aus anderen                        deutschen Verbänden, Hunde mit gültigen Ahnentafeln und Registerpapieren ins                    Zuchtbuch übernommen werden. 
                D
udleys dürfen nur mit dunkelpigmentierten

                 Partnern belegt werden (reinerbig). 

 

2.            Die Zuchtzulassung erteilt der Zuchwart, welcher auch für die Wurfabnhame                         zuständig ist.
           Sollte die Entfernung zu groß für den Zuchtwart unzumutbar sein, darf in                             genehmigten Ausnahmefällen auch der Tierarzt die Wurfabnahme machen. 

                Alternativ kann die Zuchtauglichkeit in genehmigten Ausnahmefällen auch bei einer               empfohlenen Hundeausstellung festgestellt werden.


           Es sind nur Hunde mit den von der FCI anerkannten Farben (schwarz, braun, gelb)               zur Zucht zugelassen. 

 3.      Die Zucht erfolgt mit Hunden, die in Anlehung an die Größenvorgaben  der FCI                      festgelegt sind, d.h.

          Rüde:                   55 - 59 cm (Standard FCI = 56-57 cm +/-) und
          Hündinnen           51 - 57cm  (Standard FCI 54-56 cm  +/-)

 

                  Die Hunde müssen um eine Zuchtzulassung zu erhalten, folgende Untersuchungen                absolviert haben:

 

·         HD A1-B2

·         ED beidseitig  Frei oder maximal Grad 1 (der schlechtere Wert entscheidet      und der Partner muss bei Grad I  ED frei sein)

·         EIC ( Labrador Retriever, Curly-Coated Retriever, Chesapeake-Bay   
  Retriever)

·         CNM-Myopathie (Labrador Retriever, Golden Retriever)

·         Prcd-PRA (Labrador Retriever, Chesapeake Retriever, Golden Retriever)

·         RD/OSD (Labrador Retriever)

·         HNPK (Labrador Retriever)

·         HC (hereditärer Katarakt) beim Curly-Coated Retriever + Golden Retriever)

·         DM (Degenerative Myelopathie beim Chesapeake-Bay Retriever, Curley-          Coated Retriever, Golden Retriever)

·         GR-PRA1 (beim Golden Retriever)

·         MH (Maligne Hyperthermie beim Labrador Retriever, Curly-Coated                Retriever, Chesapeake Retriever, Golden Retriever)

·         GPRA (Katarakt !) Augenuntersuchung bei allen Hunden maximal alle 3        Jahre wird empfohlen. Ab dem 6. Jahr gilt der Hund als „Frei“

·         Herzuntersuchung -> Empfehlung

 

  Bei einer autosomol-rezessiv vererbten Genkrankheit muss zumindest ein Partner        frei sein!
  Bei einer autosomal-dominant vererbten Genkrankheit müssen beide Partner frei          sein!
  Bei einem Träger eines Gendefektes darf nur mit einem Gendefekt freien Hund              verpaart werden.

 

4.        Hunde dürfen erst mit Vollendung von 12 Monaten geröntgt werden. 

 Ebenso sollten die Hunde ein Scherengebiss haben und vollzahnig sein. Toleriert   werden Hunde mit 4 fehlenden Zähnen, es sei denn es fehlen der P4 oder der M1         oben oder unten. Dies erfordert einen vollzahnigen Deckpartner.

5.        Alle medizinischen Ergebnisse der Hunde werden veröffentlicht und in den   Ahnentafeln eingetragen.

6.        Hunde können nur mit einer Zuchtzulassung für die Zucht eingesetzt werden.   Mindestalter für Hündinnen in der Zucht sind in der Regel ab 18 Monate. Hündinnen   dürfen bis zum Alter von 8 Jahren in der Zucht sein und nicht mehr als 5 Würfe   haben. Bei besonders guten Vererbern kann eine Verlängerung beantragt werden.

7.        Eine Hündin darf in 24 Monaten nicht öfter als 2 mal belegt werden.

8.        Rüden dürfen mit 12 Monaten ohne Altersbegrenzung zum Deckeinsatz kommen.

9.        Die Röntgenuntersuchungen werden von einem Gutachter ausgewertet! Die   Formulare und Röntgenaufnahmen mit der Originalen Ahnentafel müssen an das       Zuchtbuchamt geschickt werden.  Alle Unterlagen werden an den Gutachter vom   Verein weitergeleitet!

 

10.      Die medizinischen Untersuchungsergebnisse der Eltern-Hunde werden in die   Ahnentafeln der Welpen übernommen!

 

                                        

 

 11.      Zuchtausschluß:

·         fehlender Hoden

·         Knickrute

·         Gaumenspalte

·         Ektropium und Entropium

·         Augenkrankheiten

·         HD mit Befund C - E

·         ED Befund II-III

·         Gebissfehler: Zangenbiss, Kreuzbiss, Vorbiss oder Rückbiss

·         Ab 5 fehlende Zähne

·         untypisches Verhalten

·         Bissigkeit

·         fehlende Zuchtzulassung

 

 

§ 4  Zuchtstätte

 

  1.      Zwingernamensschutz


    Der Zwingername wird im Verein geschützt und nur einmal vergeben.
    Es muss sichergestellt sein, dass der zu schützende Name anderen                            Zwingernamen nicht zu sehr ähnelt und so eine Verwechslung ausgeschlossen ist.

 

2.     Zuchtstätte


                Unser RRH e.V. erhebt den Anspruch einer besonders anspruchsvollen                                  Welpenaufzucht. Wir erwarten von unseren Mitgliedern, dass sie sich gegen                            Zwinger-/Massen-/Gartenhausaufzuchten aussprechen und auch nicht                                praktizieren.

                Es sollten höchstens 2 Würfe gleichzeitig aufgezogen werden.
                Ausserdem ist ein Hundehandel untersagt und wird mit Ausschluss aus unserem                  Verein geahndet.

 

           3.     Haltung der Hunde
                Die gesetzlichen Bestimmung zum Halten von Hunden entsprechend der
                Tierschutzgesetzgebung sind zwingend einzuhalten!

 

                 Der RRH e.V. behält sich vor, die Haltung und Betreuung zu kontrollieren.

                                      

              

§ 5  Der Deckakt

                            

  1.    Der Deckrüde darf vereinsunabhängig frei gewählt werden, sofern er unseren             Vereinsstatuten entspricht.Bei Zuchtauflagen müssen diese strikt eingehalten                   werden, sonst  erhalten die  Welpen keine Papiere und dem Züchter droht der                       Ausschluß aus dem RRH e. V.      .  

              Künstliche Besamung darf nur bei Hündinnen vorgenommen werden, die schon e                einen Wurf hatten!

              Es muss immer ein Deckschein ausgestellt werden und dieser mit der Kopie der                    Papiere vom Deckrüden incl. der gesundheitlichen Untersuchungen  und der                        originalen Ahnentafel der Hündin nach der Wurfabnahme eingereicht werden.
                  Es darf während der Läufigkeit der Hündin nur ein Rüde decken!

        2.    Auf dem Deckschein muss der Besitzer des Rüden mit seiner vollständigen Anschrift                            stehen. Die Daten des Rüden (Name, Rasse, Farbe, Größe, Zuchtbuchnummer und                                Chipnummer, Decktage) müssen eingetragen sein. Selbige gilt für die Hündin.                          3.    Inzestverpaarungen  sind untersagt!


                          

§ 6   Der Wurf

 

      Ein Wurf muss bis maximal 10 Tage nach der Geburt gemeldet werden.

Die Welpen dürfen frühestens mit Vollendung der 8. Woche nach der Wurfabnahme aus ihrem Zuhause ausziehen.  Die Wurfabnahme darf erst mit der 8. Wochen erfolgen. Die Welpen müssen geimpft und gechipt sein und mindestens 2 mal entwurmt werden. Das Mindestgewicht von 4,5 kg beim Nova Scotia Duck Tolling muss erreicht sein. Sollte der Welpe keine 4,5 kg erreicht haben, muss er solange beim Züchter bleiben, bis die 4,5 kg erreicht sind.

 Die anderen Retriever-Rassen sollten 5 kg Mindestgewicht bei der Abgabe aufweisen.

 

 Nach der Wurfabnahme muss der Züchter umgehend, spätestens am 2. Tag der 
 Wurfabnahme, den Bericht mit allen Angaben an das Zuchtbuchamt schicken:

 

·         Name der Welpen

·         Geschlecht der Welpen

·         Chipnummern

·         Fehler z.B.  fehlender Hoden

·         Deckschein

·         Original Ahnentafel der Hündin

·         HD+ED Bescheinigung der Hündin

·         Gentestkopie der Hündin

·         Kopie der Ahnentafel des Rüden

·         HD und ED Bescheinigung (in Kopie) des Rüden

·         Gentestkopie des Rüden

 

§ 7 Kaiserschnitt

Nach einem Kaiserschnitt muss für 2 Läufigkeiten ausgesetzt werden und die Hündin darf erst wieder mit der 3. Läufigkeit belegt werden.

 

Nach 2 Kaiserschnitten darf die Hündin nicht weiter zur Zucht eingesetzt werden, es sei den es war minimalinvasiver Eingriff und ein Tierarzt bestätigt die weitere Zuchttauglichkeit aus medizinischer Sicht!

 

 

Winterlingen, den 08.10.2017